Startseite › Katholikentag2006
vom 31. Mai 2006
Anlässlich des Katholikentages, der in Saarbrücken unter dem Motto „Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht“ stattfindet, war auch amnesty international Saarbrücken vom 25.-27.5.2006 mit einem Stand neben der Kongresshalle präsent.
In Anlehnung an das Motto des Katholikentages hat amnesty international die Problematik der „Straflosigkeit“ thematisiert: Nach wie vor werden in vielen Ländern nicht alle Gewalttaten strafrechtlich verfolgt. Zwar wurden auf diesem Gebiet in den letzten Jahren bereits große Fortschritte ereicht, es bedarf aber auch weiterhin gezielter Unterstützung und Aktionen, um solche Vorfälle zu ahnden und aufzuklären.
Für unsere 3 Fälle konnten wir trotz schlechten Wetters 1032 Unterschriften sammeln. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die mit ihrer Unterschrift zu diesem tollen Ergebnis beigetragen haben.
Viele Familien bedanken sich immer wieder bei Amnesty und allen, die sich für sie eingesetzt haben, für die Unterstützung. Nicht nur, dass Brief- und Unterschriftenaktionen Druck auf die Regierung ausüben, sondern sie zeigen den Angehörigen und von Menschenrechtsverletzungen Betroffenen auch, dass sie nicht vergessen sind, dass sie nicht alleine stehen im Kampf um ihre Rechte.
Das traditionelle politische Nachtgebet war ebenfalls ein Erfolg. Die Menschen, die den Weg nach Burbach gefunden hatten, erlebten einen sehr persönlichen und bewegenden Abend. Frau Dr. Sierck von ACAT hielt einen Nachruf auf den 1998 ermordeten Menschenrechtsverteidiger Eduardo Mendoza, dessen Bekanntschaft sie auch persönlich gemacht hatte. Sie beschrieb ein Leben in ständiger Gefahr, das einen Menschen verändern kann, das seinen Tod jedoch nicht weniger tragisch für Freunde und Angehörige macht.
Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, ermutigte in seiner Ansprache alle Menschenrechtsverteidiger/innen und alle Mitglieder und Unterstützer von Menschrechtsorganisationen wie ACAT oder Amnesty International nicht in ihrer wichtigen Arbeit nachzulassen.
Schließlich beschrieb Werner Huffer-Kilian von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (Koblenz) die Bandbreite der Möglichkeiten sich für Menschenrechtsverteidiger/innen und für die Menschenrechte einzusetzen. Seine praktischen Vorschläge reichten von einer Eingabe für den Saarbrücker Stadtrat Saarbrücken zu einer "Schutzzone für Menschenrechtler/innen" zu machen, in der bedrohten Menschrechtler/innen und deren Familien ein Leben im Exil ermöglicht wird, bis hin zu dem Schutz anderer druch den eigenen Körper bei den "Peace Brigades".
Martin Kerz von Amnesty International Saarbrücken schloss den Abend mit meditativ-poetischen Denkanstößen zum Hauptthema des Nachtgebetes "Das Recht ströme wie Wasser - Handeln für Gerechtigkeit", sodass wohl jede(r) für sich persönlich etwas aus diesem Abend mitnehmen konnte.